Home Travel LOVE ANGELES // Liebeserklärung an Los Angeles

LOVE ANGELES // Liebeserklärung an Los Angeles

written by catharinakoenig 12. Oktober 2017
streetlights los angeles

Kann eine ferne und fast fremde Stadt wie L.A. ein Happy Place sein?

Vor ziemlich genau zwei Jahren war ich das erste Mal in Los Angeles. Damals während unseres Kalifornien-Roadtrips mit dem Wohnmobil. Besonders begeistert war ich zunächst nicht: Ich war überfordert, übervoll mit Eindrücken von unserer bereits vierwöchigen Reise mit verschiedensten Stationen zwischen Küste, Wüste, Klein– und Großstädten und dem Napa Valley, und tierisch genervt von öffentlichen Verkehrsmitteln in L.A.. Dennoch sind wir ein gutes Jahr später wieder hingeflogen. Für ganze zwei Wochen.

 

Zuma Beach Los Angeles, Malibu, mother and daughter

Wir wollten noch mehr entdecken von dieser Stadt

Irgendetwas hat uns gefesselt und neugierig gemacht. Wir hatten zum Ende unserer Reise nur wenige Tage in der 4 Millionen Einwohner zählenden Metropole verbracht und hatten Lust, mehr zu entdecken. Denn auch, wenn wir von einigen Aspekten genervt (Public Transport) oder sogar geschockt (Obdachlosigkeit!!!) geschockt waren. So hatte uns diese Stadt doch irgendwie eingenommen. Wir wollten mehr von den Facetten kennenlernen, die uns so begeistert hatten. Wie die Gegend um die North Fairfax Avenue und den Melrose Trading Post, ein sehr cooler Flohmarkt in West Hollywood. Oder den Abbot Kinney Boulevard in Venice. Wir waren uns sicher: Davon gibt es noch so viel mehr und ein bißchen Recherche später waren wir sicher: Wir wollen nochmal hin.

hiking in runyon canyon, wander los angeles

Kind auf den Rückengeschnallt und einmal den Trail ablaufen, der Promispotting verspricht: Runyon Canyon

Nun steht unsere nächste Reise nach Los Angeles wieder an. Wieder zum Jahreswechsel. Und als Freunde mich fragten, wie es kam, dass wir wieder dorthin fahren, hatte ich zunächst keine Antwort. Ich kann nicht mal sagen, warum wir uns schon wieder dafür entschieden haben. Wieder 14 Stunden Reise auf uns nehmen mit Kleinkind, neun Stunden Zeitverschiebung. Es ist mit Sicherheit keine Vernunftentscheidung, wie: Wir wollen Sonne und Ruhe – also fliegen wir auf eine spanische/kanarische/italienische Insel und haben dort alles, was wir brauchen innerhalb nur weniger Flugstunden. Es ist eine Herzensentscheidung.

Die Skyline von Los Angeles

Vitamin sea, zuma beach malibu, frau am ufer

Die Sonne gleißend hell, die Wellen schlagen ans Ufer ich tanke „Vitamin Sea“ – ohne kann ich nicht.

Street Art Los Angeles, Got Love, Got Milk?santa monica beach, santa monica pier

Los Angeles birgt ein Versprechen in sich, das schwer zu greifen ist. Ein Versprechen nach mehr.

Los Angeles hat etwas unfertiges. Ein Versprechen, in dem der “California Way of Life” mitschwingt. Der durchaus anders ist als der “American Way of Life”. Die (wahrscheinlich betuchteren) Angelenos veräppeln sich ja durchaus selbst gerne damit, dass jeder einen Life Coach habe und alles etwas eso angehaucht sei. Betuchter, weil: Esoterik muss man sich ja auch erstmal leisten können. Das kann ich schwer beurteilen, dazu verbringe ich zu wenig Zeit dort. Was man aber spürt, wenn man da ist: Alles wirkt leichter, offener. Der Mix der unterschiedlichen Kulturen ist ein wahrer Boost für die Restaurant-Szene und das Essen so vielfältig, es hat weit, weit mehr zu bieten, als das typische American Diner. Mexikanisch-französische Küche, Asiatisch, amerikanisch-mexikanisch, italienisch, arabisch, israelisch… oder auch Rührei-Burger von Eggslut.

Eggslut, grand central market, eat in LA

Wie kann man auch schlechte Laune haben, wenn immer die Sonne scheint?

Natürlich spielt das Wetter der Gelassenheit in die Tasche. Vieles geht leichter von der Hand, wenn die Temperaturen um 20 Grad liegen und die Sonne scheint. Wenn nicht Regen die Norm ist, sondern Sonne (und ja, mir ist klar, dass dort auch ZUVIEL die Sonne scheinen kann und es zu wenig regnet, Stichwort: Dürre und Waldbrände). Vielleicht ist es auch die Lage: Vor Los Angeles liegt der Pazifik mit endlosen Sandstränden und Wellen für die Surfer, auf der anderen Seite die Santa Monica Mountains mit Wandermöglichkeiten, noch etwas weiter, nur zwei Autostunden entfernt, findet sich in der Wüste mit Palm Springs eine coole 50er Jahre Oase. Ein Design-Archipel, das regelmäßig von Vintage-Liebhabern abgegrast wird.Grand Central Market Los Angeles, Downtown Los Angeles, Eater LA, LA Foodie

Los Angeles ist auch kaputt – doch darauf entsteht soviel Neues

Los Angeles ist an einigen Stellen, zum Teil Downtown, echt kaputt. Aber man merkt auch: Da entsteht viel Neues. Neue Geschäfte, neue Restaurants, neue Galerien wie das kostenlose Museum The Broad – ein sensationeller Bau mit moderner Kunst, gestiftet von einem wohlhabenden Ehepaar – hauchen ehemals verlassenen Gebieten neues Leben ein. Drumherum siedelt sich Gastronomie und Einzelhandel an und unweit ist der Grand Central Market, ein Foodcourt, der mein kulinarisches Herz höher schlagen lässt. Schon jetzt verbringe ich ruhige Abende zuhause damit, meine Google Karte mit neuen Orten zu markieren, die wir besuchen wollen.

Kribbeln wie bei einer neuen, großen Liebe

Es ist eine Herzensentscheidung, die über die Vernunft gesiegt hat. Eine Entscheidung für einen Ort, der mir dieses wohlige Kribbeln im Bauch verschafft. Wie, wenn man frisch verknallt ist. Vielleicht gibt sich dieses Kribbeln irgendwann, wenn man nur oft genug da war und viel Zeit mit dieser neuen Liebe verbracht hat. Dieses Kribbeln, das man hat, wenn alles noch neu und unerforscht ist. Wenn man die Schwächen des Anderen noch nicht zutage gefördert hat. Aber solange das Kribbeln anhält, solange werden ich es auskosten und an meinen Sehnsuchtsort Los Angeles zurückkehren.

Zum Nachlesen:

love angeles, los angeles

Das könnte dich auch interessieren

Leave a Comment